Tissue Engineering
PD Dr. Cornelia Kasper
Das Tissue Engineering ist ein sehr dynamisch wachsendes, vergleichsweise junges Forschungsgebiet in der medizinischen Biotechnologie. Ziel des Tissue Engineering ist es, Gewebe- oder Organdefekte durch den Einsatz künstlich erzeugter Gewebe zu behandeln/heilen. Hierzu werden Zellen des entsprechend geschädigten Gewebes/Organs zunächst
entnommen und in geeignete Kulturbehälter gebracht. Die Gewebezellen werden so außerhalb des Organismus (extracorporal) auf einer Biomatrix gezüchtet. Die Biomatrix dient als Stützgerüst und verleiht dem entstehenden Gewebekonstrukt die dreidimensionale Struktur. Nach erfolgter Vermehrung wird das künstliche Gewebe in den Defekt eingebracht. Optimaler Weise handelt es sich bei den Zellen um patienteneigenes "Material" (autologe Zellen), da somit eine Abstoßungsreaktion bei der Reimplantation des künstlichen Gewebekonstruktes umgangen wird. Heute rückt auch der Einsatz von (adulten) Stammzellen immer stärker in den Fokus der Forschung. Die Stammzellen können aus verschiedenen Quellen z.B. Knochenmark, Fettgewebe, Blut) gewonnen werden. Die Stammzellen können dann anschließend auch vermehrt und gezielt in verschiedene Gewebetypen (Knorpel, Knochen, Nervenfasern u.a.) differenziert werden. Es gilt vor allem für das Tissue Engineering geeignete Matrices zu entwickeln, spezielle Bioreaktorsysteme zu entwickeln, die die funktionelle 3D-Gewebebildung erlauben sowie die Kultivierungsbedingungen (Medienzusammensetzung, Zusatz von Wachstums- und Differenzierungsfaktoren, mechanische Belastung etc.) zu optimieren.
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