Bioprozesstechnik

Arbeitsgruppe | apl. Prof. Dr. Sascha Beutel

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In unserer Forschung etablieren wir gesamte Bioprozesse – von der Isolation der Gene über die Expression in bakteriellen Produktionsstämmen bis zur Produktion und Aufreinigung der produzierten Biomoleküle, i.d.R. Enzyme oder sonstige bioaktive Proteine.
Diese Enzyme werden z.B. für die Lebensmittel-, Duft- und Aromastoffproduktion eingesetzt, etwa zur Herstellung von Flavonoiden und Sesquiterpenen, wobei sowohl ganzzellkatalytische Prozesse als auch Prozesse mit isolierten Enzymen untersucht werden.

Aufarbeiten und analysieren – Methoden und Technologien

Wir entwickeln und untersuchen Aufarbeitungsmaterialien und -methoden für die rekombinant produzierten Enzyme wie auch für die hiermit produzierten Produkte. Darüber hinaus entwickeln wir neue analytische Methoden und Analysengeräte, wie z.B. spezifische Methoden zur quantitativen Analyse oder Sensoren zur OD-Messung in Schüttelkolben.
Weiterhin werden auch Projekte zur Entwicklung neuartiger Reaktorsysteme und Anlagenkomponenten bearbeitet, wie Kristallisations- oder Photobioreaktoren, Sensoradapter oder Dosagemodule für Schüttelkolben. Zudem wird auch die Digitalisierung im Laborbereich eingehend studiert, z.B. zum interaktiven Arbeiten in einer digital unterstützten Laborumgebung oder zur Einbindung neuer Technologien in das Laborumfeld wie Rapid Prototyping oder Augmented Reality.

Viele Arbeiten finden am Institut in Zusammenarbeit mit der AG Scheper statt. Ferner bestehen enge Kooperationen mit Industriepartnern.

Bioprozesstechnik

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In der Bioprozesstechnik werden unterschiedliche Aspekte der Bioprozeßentwicklung bearbeitet. Neben der Kontrolle, Regelung und Optimierung von Kultivierungsprozessen von Bakterien,  Pilzen und Säugerzellen werden Untersuchungen an enzymatischen Prozessen durchgeführt.  Ein Teil der Laboratorien und das Technikum haben eine SI-Genehmigung, so dass Arbeiten mit rekombinanten Organismen dieser Sicherheitsstufe durchgeführt werden können. Zur Zeit werden Organismen zur Produktion von Antibiotika, diverser Enzyme, Nahrungsergänzungsmitteln, Cytokinen, Antikörpern und Impfstoffen eingehend studiert. Bioreaktoren (einschließlich Single-use-Systemen und Keramikhohlfaserreaktoren) bis zum 50 Liter Maßstab stehen zur Verfügung.

Downstream processing

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Das Downstream Processing ist einer der kostentreibenden Faktoren in der biotechnologischen Produktion. Die Adaption neuer Techniken oder alternativer Materialien steht hier im Fokus der Arbeiten: Filtrations-, Extraktions-, Chromatographie- und Membranadsorberverfahren stehen zur Verfügung. Industrielle Prozesse können vom Labor- bis in den Technikums­maßstab abgebildet werden.
Die Aufarbeitungsverfahren werden hinsichtlich ihrer Eignung für individuelle Fragestellungen getestet, adaptiert und optimiert. Weiterhin werden neue Aufarbeitungstechnologien in enger Kooperation mit der Industrie entwickelt, wie z.B. partikelgängige Membranadsorptionsverfahren oder High Throughput Screening-Verfahren zur schnellen und präzisen Auffindung von Aufarbeitungsparametern.

Bioanalytik

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Im Bereich Bioanalytik widmet sich die AG Beutel der Entwicklung von bioanalytischen Verfahren wie z.B. zur Quantifizierung von Vitamin B12 in Lebensmitteln oder der Identifizierung von Duft- und Aromastoffen aus rekombinanter Produktion. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Sensoren und Sensorkonzepten, z.B. zum online-Monitoring von pH, pO2 und OD, zur Fluoreszenzmessung von Proteinen, NADH o.ä. oder zum Einsatz von in situ-Mikroskopie in der Bioprozessüberwachung.

Digitalisierung

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Im Bereich Digitalisierung forscht die AG Beutel an der Realisierung von interaktiver digital unterstützter Laborinfrastruktur. Dies beinhaltet neben der bidirektionalen Einbindung von Laborgeräten in ein LIMS die gesamte Prozessentwicklung und –steuerung auf digitaler Basis sowie die interaktive Zusammenarbeit mit der Digitalinfrastruktur in Form geeigneter Interaktionsmedien, wie z.B. SmartGlasses, Tocubeamern oder Smartspeakern.

Kooperationen

Verbundprojekte

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EFRE-Projekt: RESI - Reststoffe Innovativ

Das Projekt erhält Zuwendungen aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Niedersachsen und befasst sich im Teilprojekt des TCIs mit der biotechnologischen Produktion von Biopolymeren.

Die Kunststoffindustrie ist aufgrund der immer weiter fortschreitenden Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt extrem unter Druck für alternative, besser degradierbare Kunststoffe zu sorgen. An diesem Punkt setzt das RESI-Projekt an, bei dem sich der Projektpartner TCI zum Ziel gesetzt hat, Biopolymere wie Polyhydroxyalkanoate (PHA) durch Mikroorganismen zu produzieren. Hierfür werden Produktionsverfahren zunächst mit natürlichen Produzenten wie Cupriavidus necator aufgebaut, die als benchmark für die rekombinante Produktion dienen sollen. Sodann werden Rekombinante auf Basis von E. coli erstellt und die Kultivierung und Produktion mit diesen Stämmen erprobt. Neben der Prozessintensivierung zur optimalen Produktion müssen ebenso geeignete Analysen­methoden zur Quantifizierung der PHA etabliert werden. Im nächsten Arbeitsschritt werden dann verschiedene Reststoffe aus agrar-wirtschaftlichen Prozessen für ihre Eignung als kostengünstige Medienbestandteile untersucht, um den Prozess noch wirtschaftlicher zu gestalten. Hierbei liegt der Fokus auf z.B. Melasse, Molke und Schleudereiweiß als alternative Kohlenstoff- und Proteinquellen.

Projektplan 

Zunächst wird auf Basis natürlicher Produzenten eine PHA-Produktion etabliert, die von entsprechenden quantitativen Messmethoden zur PHA-Bestimmung ergänzt wird. Dieser Prozess wird in den Reaktormaßstab aufskaliert und als benchmark-Prozess eingehend studiert. Parallel erfolgen die molekularbiologischen Arbeiten zur Rekombination von E. coli, um die Produktion auch in diesen Zielorganismen zu etablieren. Sobald die Produktion in E. coli erfolgreich umgesetzt wurde, werden diese Rekombinanten in den Reaktormaßstab aufskaliert und der Prozess optimiert und intensiviert. Um die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens weiter zu verbessern, werden dann verschiedene Reststoffe aus dem Agrarbereich für ihre Eignung als Medienbestandteile untersucht und die optimalen Anteile für eine ökonomische Produktion ermittelt. Die finale Prozessarchitektur wird dann abschließend anhand einer Ökobilanzierung auf ihre Nachhaltigkeit hin bewertet.

Kooperation

Das Projekt wird im Verbund mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover sowie den Firmen Vogelsang GmbH & Co. KG und Holzmühle Westerkamp GmbH durchgeführt.

Weitere Beteiligte:

  • Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe Prof. Dr. Andrea Siebert-Raths Hannover
  • Vogelsang Andreas Fastenau Essen
  • Holzmühle Westerkamp Dr. Kolja Ostendorf Visbek
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EFRE-Projekt: ISM4MP - In situ-mikroskopische Überwachung des enzymatischen Mikroplastikabbaus

Das Projekt erhält Zuwendungen aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), innerhalb des Sonderaufrufs „Strategische Technologien für Europa – STEP“ für Innovative Kooperationsprojekte für anwendungsorientierte Forschung, und des Landes Niedersachsen und befasst sich mit dem Monitoring von enzymatischen Abbauprozessen von Biopolymermikropartikeln mittels in situ-Mikroskopie.

Die Kunststoffindustrie ist aufgrund der immer weiter fortschreitenden Verbreitung von Mikroplastik in der Umwelt extrem gefordert Verfahren für die Degradierung von Kunststoffen zu entwickeln. An diesem Punkt setzt das ISM4MP-Projekt an, bei dem sich das TCI zum Ziel gesetzt hat, verschiedenste Polymermikropartikel durch plastik-abbauende Enzyme zu zersetzen. Hierfür werden zunächst Produktionsverfahren für die rekombinante Herstellung der Enzyme in E.coli aufgebaut, die dann isoliert und aufgereinigt für Modellabbauprozesse eingesetzt werden. Um die Abbaureaktionen zu verfolgen, wird eine neue Messtechnik auf Basis der in situ-Mikroskopie entwickelt, die in der Lage ist, die Volumenabnahme der Mikroplastikpartikel über die Zeit zu dokumentieren. Hierfür muss nicht nur die in situ-Mikroskopie für die Anwendung angepasst und optimiert werden, sondern ebenso müssen Auswertungsalgorithmen zur exakten Bestimmung der Mikroplastikpartikel im Durchfluss entwickelt werden. Weiterhin müssen geeignete Analysen­methoden zur Quantifizierung der Polymere zur Korrelation der in situ-Mikroskopie etabliert werden. In einem weiteren Arbeitspaket werden dann verschiedene Polymermikropartikel beim Projektpartner Noack Laboratorien hinsichtlich ihrer Aquatoxizität untersucht und bewertet und die Abhängigkeit der Toxizität von der Partikelgröße.

Projektplan

Zunächst werden Enzyme für den Abbau ausgesuchter Polymere für die Produktion ausgewählt. Hierbei sollen jeweils Beispiele für C-C-verknüpfte Polymere, für C-X-verknüpfte Polymere und Biopolymere bearbeitet werden. Sodann erfolgen die molekularbiologischen Arbeiten zur Rekombination von E. coli, um die Produktion der Enzyme zu etablieren. Sobald die Produktion in E. coli erfolgreich umgesetzt wurde, werden die produzierten Enzyme für Modellabbauprozesse von Mikroplastikpartikeln eingesetzt und die in situ-Mikroskopie zur Überwachung und Dokumentation der Abbaukinetiken adaptiert. Dies beinhaltet nicht nur die Adaption des ISM für diese neue Applikation, sondern darüber hinaus auch die Entwicklung von Bildverarbeitungsalgorithmen zur präzisen Bestimmung der Partikelgrößen im Durchfluss. Um die tatsächliche Gefährdung durch Mikroplastikpartikel zu dokumentieren, wird beim Projektpartner Noack eine zusätzliche Untersuchung der Aquatoxizität durchgeführt, einerseits um deren akute Toxizität zu erfassen und andererseits den Einfluss der Partikelgröße auf die Toxizität herauszuarbeiten. Mit dem Projekt wird erstmals eine online-Mess­technik für inerte Plastikpartikel im kritischen Größenbereich der Mikropartikel entwickelt, die in der Lage ist, den Abbau der Mikroplastikpartikel über die Zeit zu erfassen. 

Kooperation

Das Projekt wird in Kooperation mit der Firma Noack Laboratorien GmbH durchgeführt.

Weitere Beteiligte:

  • Noack Laboratorien GmbH, Dr. Christian Maeß 
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Forschungspartner

Kontakt

Sascha Beutel Sascha Beutel
apl. Prof. Dr. Sascha Beutel
Adresse
Callinstraße 3-9
30167 Hannover
Gebäude
Raum
167
Sascha Beutel Sascha Beutel
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